Mit einem Aufgebot an Maschinen begannen die Projektpartner kürzlich eine Wiederbelebungsmaßnahme auf einer ehemals artenreichen Feuchtwiese im Naturschutzgebiet „Hohes Moor“. Durch das Aufkommen und stetige Vordringen von Gehölzen werden hier seltene und gefährdete Pflanzenarten beeinträchtigt, wie beispielsweise die „Gewöhnliche Natternzunge“, ein kleiner Farn, der hier noch zu finden ist.
Seit 2016 unterstützt die Ökologische NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) die Naturschutzämter der Landkreise Rotenburg (Wümme) und Stade bei der Entwicklung ausgewählter Schutzgebiete. Dazu gehört auch das Hohe Moor. Im Rahmen ihrer Tätigkeiten legt die ÖNSOR viel Wert auf die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren wie dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der im Hohen Moor die Landesflächen betreut. „In Teilbereichen des Hohen Moores, insbesondere an den Moorrändern sind noch einige ehemalige Mähwiesen zu finden“, erklärt Dr. Burghard Wittig, zuständiger Mitarbeiter des NLWKN. „Gerade das Mosaik aus Wasserflächen, offenen Moor- und Heideflächen, Moorwäldern und Feuchtwiesen bietet einen wertvollen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Durch die Einstellung der extensiven Nutzung der Feuchtwiesen nimmt das Gehölzaufkommen stark zu und verdrängt typische Wiesenarten“, so der Botaniker weiter. „Die Folge ist insbesondere ein Verlust des Blühaspektes, was Wiederum einen Verlust der Nahrungsgrundlage für Wirbellose und andere Arten bedeutet“, beschreibt Hannah Kohlhagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖNSOR, die Notwendigkeit der Maßnahmen. „Wir freuen uns sehr, dass die zuständigen Jagdpächter, einen Teil der Feuchtwiese durch regelmäßige Pflegeeinsätze offengehalten und somit nicht nur die „Gewöhnliche Natternzunge“ vor dem Verschwinden bewahrt haben“, ergänzt die Landschaftsökologin weiter.
Im Rahmen der nun umgesetzten Instandsetzungsmaßnahmen finden umfangreiche Gehölzarbeiten statt. Zusätzlich wird die Feuchtwiese gemulcht, um konkurrenzstarke Pflanzenarten zurückzudrängen. Die Finanzierung, Ausschreibung und Vergabe der Maßnahmen wurde durch den NLWKN übernommen.
„Manchmal müssen im Naturschutz schwere Maschinen wie Kettenbagger eingesetzt werden, um sie als Lebensräume für seltene Arten wiederzubeleben“, erläutert Friederike Meyer von dem zuständigen Naturschutzamt den großen Einsatz. Finanziert wird die Maßnahme aus Landesmitteln. Die langfristige Pflege und Entwicklung der Feuchtwiese erfolgt in Kooperation mit den Jagdpächtern. Auch soll der Erfolg der Maßnahme durch die ÖNSOR langfristig dokumentiert werden. Die Kooperationspartner planen die Förderung der Artenvielfalt in den nächsten Jahren auch auf weiteren ehemaligen Grünlandflächen im Hohen Moor fortzusetzen.